Im dynamischen Umfeld des E-Commerce ist die Optimierung jeder Prozessstufe von entscheidender Bedeutung. Ein oft übersehener, aber äußerst einflussreicher Faktor ist die Wahl der richtigen Kartonagengrösse. Die Dimensionierung von Versandkartons geht weit über das einfache Verpacken von Produkten hinaus. Sie hat direkte Auswirkungen auf die Versandkosten, die Kundenzufriedenheit und letztendlich auf die Profitabilität der Unternehmung.

Die Auswahl geeigneter Footprints kann jederzeit vorgenommen werden und stellt im Wesentlichen einen iterativen Prozess dar, der regelmässig überprüft werden sollte. Schließlich ändern sich sowohl das Bestellverhalten als auch das Sortiment im Laufe der Zeit.

Um die geeigneten Footprints zu wählen, ist die Bestellstruktur jeder Bestellung massgeblich – anhand dieser kann mathematisch eine Annäherung an geeignete Footprints getätigt werden. Dahingehend möchte ich auf die mathematische Annäherung näher eingehen, vorrangig die geläufigen Algorithmen. Der einfachste Ansatz wäre eine volumenbasierte Verpackungsberechnung anzuwenden, diese berücksichtigt aber die Geometrie der Artikel nicht.

Zu den gängigsten 3D-Verpackungsalgorithmen gehören:

3D-Bin-Packing-Algorithmus:

Dieser Algorithmus zielt darauf ab, Objekte zumeist basierend auf der Reihung Grösse die Artikel in unterschiedlichen Rotationen zueinander zu fügen und dabei die Behältergrenzen nicht zu überschreiten.

LayerPacking-Algorithmus:

Eine Erweiterung eines 2D-Layer-Algorithmus auf 3D, bei dem Objekte in annähernd gleich hohe Schichten mit und ohne Lücken gepackt werden, um ein dem Versandkarton entsprechendes Packbild zu generieren.

Column-Generation-Algorithmus:

Ein mathematisches Programmierungsmodell, das aus den vorhandenen Artikel Säulen bildet und diese in Behältern stapelt, um die Packdichte zu erhöhen.

Jede Berechnungsvariante bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich. Bei der Verpackung einer Bestellung empfiehlt es sich, zunächst den größten und schwersten Artikel zu platzieren und anschließend entweder nach dem Tetris-Prinzip, mit einer soliden Basis oder säulenweise weiter zu verfahren. Neben einem geeigneten Packbild ist die anfängliche Wahl des Kartonfootprints entscheidend. Da die Bestellungen unter folgender Annahme, überwiegend über KEP-Dienstleister versendet werden, ist es sinnvoll, Länge und Breite des Versandkartons auf das Europalettenmass abzustimmen – beispielsweise 20×10cm, 30×20cm, 40×30cm oder 60×40cm. Sobald Packbild und Footprint definiert sind, bleibt als weiterer Aspekt die Höhe des Kartons. Es empfiehlt sich hier eine gewisse Variabilität vorzusehen - durch eine automatische oder manuelle Höhereduzierung durch vorgerillte, perforierte oder leicht einschneidbare Kartonagen reduziert die Vielfalt der benötigten Kartonagen erheblich. Bringt jedoch einen zusätzlichen Verpackungsschritt mit sich, der auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet werden muss.

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